| Interview mit dem Künstler Pavel Schmidt |
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| Kultur |
| Donnerstag, den 05. Mai 2011 um 10:52 Uhr |
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Gerade ging seine Ausstellung „von Herzen und Hirnen - vorläufig verlaufenes“ im Forum Gestaltung in Magdeburg zu Texten von F. Kafka, Paul Celan und J. Roth zu Ende, da kommt schon die nächste Möglichkeit im Süden, über diesen umtriebigen, meist in der Schweiz beheimateten Künstler zu berichten. Bis 15. Mai ist die Ausstellung „Unmessbar Vermessen“ von Pavel Schmidt in Rheinfelden im badischen Südschwarzwald zu sehen. Für die Leser von mein-bayern haben wir den ausstellenden Künstler Pavel Schmidt befragt: C.S.: Herr Schmidt, bis zum 15. Mai ist noch die Ausstellung „Unmessbar Vermessen“ im Haus Salmegg in Rheinfelden zu sehen. Welche Hauptpunkte möchten Sie in Rheinfelden setzen? Pavel Schmidt: Es ist eine breitgefächerte Ausstellung verschiedener künstlerischer Kategorien: Malerei, Zeichnung, Objekt, Skulptur. Pavel Schmidt: Es geht um eine sprachliche Immanenz. Die Sprache hat in meiner Arbeit keinen beschreibenden Charakter, d. h. es besteht kein illustrativer und kein erklärender Zusammenhang zwischen Sprache und Gebilde. So spielt die Sprache mit sich selbst und die Ergebnisse bringe ich in Zusammenhang mit denselben Prämissen und Umgangsformen in Zeichnung, Malerei und Dreidimensionalem. ...so zeitigt sich die Zeit dabei zeitlich selbst und unsere Zeitmessungen geraten ins Gefilde der Ironie. C.S.: Beim Beispiel der Venus von Milo sieht man in Ihrer Ausstellung, dass ihr der Kopf abgetrennt wurde und mit dem eines Gartenzwerges vertauscht wurde. Der Gartenzwerg schielt etwas grinsend zum enthaupteten Gesicht der Venus hinüber, die wiederum als neuen Unterkörper eine immerhin auch italienische Weinpackung hat. Jetzt bin ich mal gespannt, was Sie zu einem laienhaften „Interpretations-Ansatz“ sagen: Das Individuum schafft durch eigenwilliges Eingreifen in Bestehendes kreativ Neues. Aus altem entsteht Neues, durch Zerstörung entsteht Neues, auch nach dem Energieerhaltungssatz ist ein gesprengter Gartenzwerg ja nicht verloren, sondern nur sozusagen gleichmäßig in der Landschaft verteilt. Außerdem kommt einem der Gedanke, dass hier aus zwei heutzutage industriell tausendfach gefertigten Kopien – also Gartenzwerg und die Venus als Massenprodukt – ein Original wird, und das grenzübergreifend (für Deutschland und Italien) – in diesem Fall im Ausstellungsort Salmegg genau zwischen der Schweiz und Deutschland.
Pavel Schmidt: Das bin ich dabei, in den ganzen Jahren meiner Arbeit zu erforschen, das meinte ich mit dem "Ertasten der Grenzen einer Kategorie", aber auch Überschreitungen und Gemeinsamkeiten dieser Dimensionen – sie bauen ja aufeinander auf. Die Zweite z. B. ist die Schnittmenge der Dritten, die Summen der Dritten ergeben Ansätze zur Vierten usw. Das ist ja kunsttheoretisch bereits abgehandelt und dennoch ergeben sich andere, auch neue Ansätze und Hervorbringungen in dieser Auseinandersetzung. Der dimensionale Unterschied ganz banal ausgedrückt: Pavel Schmidt: Arbeit an mehreren Büchern, Vorbereitung einiger Ausstellungen wie die Teilnahme an der "car culture"- Ausstellung im ZKM in Karlsruhe oder eine Einzelausstellung im Forum für Kunst und Technik in Schorndorf bei Stuttgart oder eine Ausstellung an der Harvard University. Vielen Dank, Herr Schmidt, für die Möglichkeit zum Gespräch! Alles Gute für Ihre Projekte und Ausstellungen in diesem Jahr!
Fragen: Dr. Carsten Schmidt |
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