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Im Jahre 1750 unternahm der Dichter Klopstock eine Reise durch die Schweiz über Hamburg nach Kopenhagen. Ludwig Brunier berichtet davon in seinem Werk: Klopstock und Meta 1860.

"Traust Di?" Paul, der leicht beleibte Wirtesohn aus dem Münchner Hotel, feixte mich mit in die Seiten gestemmten Armen an. Wetten, dass du di net traust, Peter!?"

Cover von W. Kohls BuchBeim Auslöffeln einer fremden Suppe

Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet, die vor allem im Fernsehen sich um Walter Kohls Biographie kräuselten.

Das Rauschen im Blätterwald ist leiser geworden, und der Kanzlersohn sitzt nicht mehr jede Woche auf einer anderen TV Couch. Es ist eine gute Zeit, sich noch einmal in Ruhe das im Frühling erschienene Buch kritisch anzusehen.

Denn obwohl es zunächst Stimmen gab, die von "Wackeln des Vater-Denkmals" oder "Abrechnung" sprachen, ging die Presse doch ziemlich glimpflich mit Walter Kohl als Autor um.

München - Tierpark HellabrunnAus: Die Kunst. Monatsheft für freie und angewandte Kunst 1899. Band 28. 1913

 

Der Mensch des zwanzigsten Jahrhunderts, — der Torpedos und Maschinengewehre konstruiert und Luftschiffe mit Bomben ausrüstet, rühmt sich trotz all dieser verbesserten Mordwerkzeuge einer verbesserten Humanität. Gewisse Dinge können wir heute nicht mehr mit ansehen; der Gedanke an sie empört uns. Warum? Weil sie unmenschlich grausam, weil sie barbarisch sind und der Kultur widersprechen. Dennoch gab es Zeiten — und sie liegen noch gar nicht lange hinter uns — in denen unleugbar große Kulturfortschritte gemacht wurden, obwohl das Gefühl der Humanität ein anderes, weit gröberes war. Zeiten, in denen die Folter als ein ganz selbstverständliches Werk galt und die Geisteskranken wie die Verbrecher und schlimmer noch behandelt wurden. Ganz gewiss, für Barbareien dieser Art hat sich das Empfinden verschärft, so sehr, dass es spontan und unwillkürlich reagiert, wenn es sich verletzt fühlt. Der Mensch hat über den Menschen nachgedacht, hat besser von ihm denken gelernt, und so sind wir — trotz allem — in der Humanität vorwärts gekommen.

Aus: Sagenbuch der bayerischen Lande: aus dem Munde des Volkes, der Chronik und der Dichter herausgegeben von A. Schöppner. Band 3. 1853. Nach handschriftlicher Notiz, mitgeteilt, v. Jos. Heiserer

Das Kirchlein im Elend der Pfarrei Attl hat seinen Ursprung von einem heiligen Kruzifix, welches nach glaubhafter Leut' Aussag um das Jahr 1628 den Innstrom herabgeschwommen und sich in dem Archenwerk bei Kloster Attl gestellt, welches dann der dazumal geweste Fischer in sein Zillen gehebt und der Prälat Abt Konrad nach Wasserburg Renovierens wegen zum Maler geschickt, allda es während den Kriegsläuften lange Zeit liegen verblieben. Darnach hat es das Kloster Anno 1645 gleich einer andern Martersäulen aufstellen lassen. Weil sich aber dann die Andacht dazu gemehret, ist ihm zu Ehren die Kapell erbaut und Anno 1658 vollendet worden. Der Ort, wo sie steht, hieß von Uralters „im Elend.“

Aus: Sagenbuch der bayerischen Lande: aus dem Munde des Volkes, der Chronik und der Dichter herausgegeben von A. Schöppner. Band 3. 1853.

Heuer sind es volle sechshundert Jahr, seit das Wasserburger Rathaus erbauet worden. An die Geschichte dieses Baues knüpft sich eine schöne Sage.

Zu Wasserburg sollten zu gleicher Zeit eine Kirche und ein Rathaus erbauet werden. Also berief man Steinmetzen und Bauleute zu Hauf und trug den Meistern auf, des Geschäftes nicht zu säumen. Es waren aber zwei wackere Steinmetzen, Hans und Stephan mit Namen, die hatten das Werk übernommen, also dass der ältere, Hans, den Bau der Kirche, der jüngere, Stephan den Bau des Rathauses zu führen hatte.

Aus: Sagenbuch der bayerischen Lande: aus dem Munde des Volkes, der Chronik und der Dichter herausgegeben von A. Schöppner. Band 3. 1853.

Graf Engelbert war von einer harten Fehde zurückgekehrt. Er hatte seines eigenen Vaters (Arnolds von Diessen) Bruder — den unruhigen Rocke, im siegreichen Kampfe getötet. Land und Leute hatten jetzt Ruhe, aber das Gewissen des Grafen wurde zuweilen von dem Gedanken, einen Blutsverwandten ermordet zu haben, geängstigt. Der Graf gedachte an ein gottgefälliges, frommes Werk der Versöhnung.

Aus: Sagenbuch der bayerischen Lande: aus dem Munde des Volkes, der Chronik und der Dichter herausgegeben von A. Schöppner. Band 3. 1853. Nach Notizen von Jos. Heiserer

Graf Konrad gedachte zur Abbüßung seiner Sünden in das gelobte Land wider die Ungläubigen zu ziehen. Er hatte aber ein jugendliches und edles Weib, Kunigunde; der blutete das Herz bei dem Gedanken, ihren Herrn und Gemahl von sich scheiden und vielleicht nie wieder kommen zu sehen. In solcher Bedrängnis des Herzens wandte sich die Gräfin zur Mutter des Herrn mit der innigsten Bitte, es möge der Sinn ihres Herrn und Gemahls von dem gefassten Vorhaben abgelenkt werden.

Erkan GrantlhuberErkan Grantlhubers erste sieben Streiche

Seit geraumer Zeit hat unser Schwester-Portal in Mecklenburg-Vorpommern einen bayrischen Gast mit spitzer Feder am Schreibpult.

Dort schreibt der Kolumnist Erkan Grantlhuber derzeit schon an der achten Kolumne.

In den letzten Jahren machte Grantlhuber bereits rund um die Rosenheimer Nachrichten das Voralpenland mit seinen lustigen, nachdenklichen und kritischen Betrachtungen unsicher.

Nun verbreitet er auch an der Ostsee einem neuen Publikum mit kräftiger Tinte seine Gedanken zur Lage, zu Guttenberg, zur Atomgefahr, zur Sprache zwischen Ost und West, aber auch zur Arroganz einiger Armleuchter des Bayrischen Rundfunks.

München MarienplatzAus: Deutsches Museum. Zeitschrift für Literatur, Kunst und öffentliches Leben. Robert Prutz, Hermann Rost. Zweiter Jahrgang 1852. Juli – Dezember.

D. G. Was die vielen Fremden zu uns lockt, die gegenwärtig unsere Gasthöfe anfüllen, unsere Straßen, Kirchen und Sammlungen beleben, ist hauptsächlich noch immer jener Zauber, den König Ludwig durch seine Kunstschöpfungen über die Stadt heraufbeschworen hat, welche ohne sie ziemlich bedeutungslos unter ihren deutschen Mitschwestern dastehen würde. Fürchten Sie indes nicht, dass ich Sie heut von dem unterhalte, was auch sonst oft genug, vielleicht zu oft besprochen wird, wenn von München die Rede ist. Wir lassen für heute die Fremden immerhin zu Fuß und zu Wagen hinaus nach den Sendlinger Höhe wallfahrten, von wo das erzene Riesenbild der Bavaria auf die staunenden Pygmäen da unten ernst und zukunftskräftig hernieder schaut, und die herrliche, in klassischer Schönheit ruhig hingelagerte Säulenhalle bewundern, die ihm zum Hintergründe dient.

Nicht nur ein großer Historiker - ein Vorbild mit Selbstkritik

Wenigstens am Ende des Monats Januar wollen wir das tun, wonach dieser Monat benannt ist, nämlich nach dem Kopf des Ianus, der mit zwei Gesichtern gleichzeitig zurück und voran schaut.

Am 27. Januar jährt sich zum ersten Mal der Tod eines der bedeutendsten und bekanntesten Historiker und Intellektuellen.

Howard Zinn starb nach langer Tätigkeit als Professor für Politikwissenschaften der Boston University mit 87 Jahren und einem wechselhaften, erfüllten, anerkannten und umtriebiegen Leben.

Als Kriegsgegner, Aktivist und Kritiker der aggressiven US Außenpolitik wurde er nicht nur oft mit beruflichen Sanktionen bedroht, sondern auch wiederholt inhaftiert. All dies hielt ihn nicht davon ab, auch in hohem Alter für seine Meinungen auf- und immer wieder einzustehen.


Karl Stoettner und Dr. Robert PicklErinnerungen an das Kriegsende in Mallersdorf und Pfaffenberg vor 65 Jahren
von Franz Gabriel sen. Mallersdorf

Kriegsende vor 65 Jahren (fg) Heute, am 8. Mai, jährt es sich zum 65. Mal, dass der Zweite Weltkrieg sein Ende fand. Deutschland hatte kapituliert. Im Geschichtsbuch „Der Zweite Weltkrieg“ von Lothar Gruchmann ist zu lesen: Am 8. Mai 1945, schwiegen um 23:01 Uhr, die Waffen. Auf Anordnung von Großadmiral Karl Dönitz, der nach dem Selbstmord von Adolf Hitler am 30. April 1945 zum Reichskanzler eingesetzt worden war und den Zweiten Weltkrieg baldigst beenden wollte. besiegelten Generaloberst Alfred Jodl und Generaladmiral v. Friedeburg, Befehlshaber der deutschen Kriegsmarine, am 7. Mai 1945, nachts um 2:41 Uhr, im Hauptquartier von Dwight D. Eisenhower, Oberbefehlshaber der Alliierten Truppen in Reims, die Gesamtkapitulation der deutschen Streitkräfte mit Einstellung der Feindseligkeiten am 8. Mai 1945 ab 23:01 Uhr.

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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