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Abb. 2 Das Tal mit der Hochbrücke. Zeitgenössische Steinzeichnung.Ganz in der Stille wurde das hehre Königsfest von den Direktoren der München-Augsburger Eisenbahn dazu benützt, daß die fertige Strecke der Eisenbahn bis Lochhausen, 4 Stunden von hier, zum ersten Mal mit Dampf befahren wurde, welches erhabene Schauspiel für diesmal nur dem technischen Personal und wenigen Andern zuteil ward. Außer den Münchener und Augsburger Direktorialmitgliedern wohnten der Fahrt auch der königliche Baurat Panzer und Baudirektor Himbsel bei. Es war gegen 7 Uhr morgens, als die Lokomotive „Vesta“ mit einem Personenwagen majestätisch dahinrollte und die Strecke, obwohl wegen verschiedener Versuche viermal innegehalten wurde, in 25 Minuten zurücklegte. Nach kurzem Aufenthalt begann die Rückfahrt, und die Strecke wurde dabei, nach zweimaligem Aufenthalt in 18 Minuten zurückgelegt. Gestern wurden wieder Proben gemacht, welche ebenso günstig wie die erste ausfielen; die Heizung geschah dabei mit Buchenholz und entsprach aller Erwartung. In kurzem wird die Bahnstrecke nicht nur bis Loch hausen, sondern bis Maisach, welches gegen 7 Stunden entfernt ist, dem Publikum eröffnet werden. Man hegt neuerdings die Hoffnung, daß die ganze Bahnstrecke nach Augsburg bis im Herbst 1840 werde befahren werden können.

(Aus der „Augsburger Abendzeitung“ vom 26. August 1839.)

Das Dorf Lochhausen ist von München nicht vier, sondern nur etwa zwei Gehstunden entfernt.

Die offizielle Eröffnung der München-Augsburger Eisenbahn fand am 1. September 1839 statt. Die ganze Strecke wurde jedoch erst 1844 nach Übernahme durch den Staat, ausgebaut. Man fuhr damals etwas über drei Stunden von München nach Augsburg. Der ursprüngliche Bahnhof befand sich dort, wo heute die sogenannte Hackerbrücke über die Bahngeleise führt. Die Schießstätte stand auf dem Areal des östlichen (alten) Teils des heutigen Hauptbahnhofs.


Abb. 1 Die Wein – und Theatinerstraße im Jahre 1825, links die Hauptwache. Steinzeichnung von Gustav Kraus
Abb. 2 Das Tal mit der Hochbrücke. Zeitgenössische Steinzeichnung.

 

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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