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Da kam ein Anliegen des benachbarten Prälaten von Attl zu rechter Zeit und fand williges Gehör. Nächst dem Kloster Attl erhob sich das Schloss Lymburg, daneben lag der zahlreich bevölkerte Burgflecken gleichen Namens. Das war wohl für die Klosterbewohner eine beschwerliche und unruhige Nachbarschaft. Bald waren sie durch das Leben im Dorfe, bald durch das Lärmen und Zechen auf dem Schlosse in der Stille ihres beschaulichen Lebens gestört. Nun kam der Graf auf den Gedanken, das Kloster von seiner lästigen Umgebung zu befreien, den Lymburgern aber zu gleicher Zeit Vorteile und Rechte der Bürger von Wasserburg zu gewähren. Rasch ging er ans Werk. In wenigen Tagen war die Veste Lymburg gebrochen; darnach riss man die Häuser des Dorfes nieder und versetzte sie in den Burgfrieden der Stadt, so daß die Lymburger in Wasserburg umgewandelt waren. Solches Werk aber zu krönen und die Vereinigung der Gemeinden durch ein Denkmal zu verewigen, ließ der Graf die zwei Kirchen unter einem Dache aufrichten. Die Backen haben darnach auch das Ihrige getan und die bekannten übereinander gebackenen Kreuzersemmeln gebacken. Die Doppelkirche und dieses Brod — auch in Stein an der Kirche gebildet — sind von selber Zeit die Wahrzeichen der Stadt Wasserburg.

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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