| Die beiden Baumeister zu Wasserburg (1264.) |
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| Geschichte & Geschichten |
| Montag, den 04. April 2011 um 18:15 Uhr |
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Aus: Sagenbuch der bayerischen Lande: aus dem Munde des Volkes, der Chronik und der Dichter herausgegeben von A. Schöppner. Band 3. 1853. Beide waren wohlerfahren in ihrer Kunst, auch in Welschland und sonst mitsammen bei manchem herrlichen Werke tätig gewesen. Nun führte sie die Vorsehung abermals zusammen; das erkannten sie freudig und reichten sich die Hand zu treuer Freundschaft und schwuren einander, sonder Hass und Eifersucht, als gute Brüder zusammen zu helfen. Weil aber jegliches Werk seinen Lohn will, wenn es guten Fortgang und rechtes Gedeihen haben soll, so wurde demjenigen ein Preis zugesprochen, welcher zuerst von Beiden sein Werk, jedoch untadelig und würdig, vollendet hatte. Wollt ihr wissen, was das für ein Preis gewesen? Wohl ein sonderlicher Preis, nicht von Gold und Silber, noch eine Ehrenbezeugung — sondern eine Perle, kostbarer als alles dies — des Bürgermeisters schönes holdseliges Töchterlein. Es war eine liebreizende Jungfrau, edel von Gemüt, reich an väterlichem Gut, jedoch reicher an Tugenden. Die beiden Steinmetzen hatten zu gleicher Zeit ihre Augen auf das Mägdlein geworfen; dem Vater war's nicht verborgen geblieben. Weil aber Beide rechtschaffene und kunstfertige Leute waren, wollte der Bürgermeister nichts dawider haben, wenn sein Töchterlein den einen oder den andern zum Bräutigam bekäme, versprach also demjenigen die Braut, der zuerst mit seinem Baue fertig würde. Nun war aber das Bräutlein selber noch nicht befragt worden; die hatte in ihrem Herzen für den jüngeren Stephan entschieden.
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