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Abb. 1 König Ludwig im Kreise seiner Familie. Nach einer Originalzeichnung G. Bodmers auf Stein gezeichnet von J. MelcherIn den von Emilie Ringseis gesammelten und im Jahre 1886 herausgegebenen Erinnerungen ihres Vaters, des berühmten Arztes J. N. von Ringseis, der als Freund und Vertrauter Ludwigs I. in München eine maßgebende Rolle spielte, ist über den Regierungswechsel des Jahres 1825 zu lesen:

Im Herbst 1825 soll König Max Joseph I. geäußert haben: ,,Wenn nur mein Namenstag schon vorüber wäre!“

Abb. 1 Der ehemalige Laroséeturm an der Residenzstraße. Gemälde von Michael Neher.Gottfried Keller (1819-1890) kam im Mai 1840 nach München, um Maler zu werden. Er bezog die Akademie, aber sein Werben um die bildende Kunst blieb ohne Erfolg. In seinem großen Lebensroman „Der grüne Heinrich“ hat er seine Münchner Eindrücke und Erlebnisse, u. a. auch das Albrecht Dürer-Fest von 1840, in seiner Vermischung von Wahrheit und Dichtung verwertet. Dort steht auch diese Münchner Impression:

Abb. 1 Das Sendlingertor. Radierung von F. BollingerSeinem Tagebuch vertraute Friedrich Hebbel (1813 - 1863), der vom Herbst 1836 bis 1839 in München studierte und hier die Anregung zu seinem Drama ,,Maria Magdalene“ erhielt, folgende Sätze an: 6. März 1839. Jetzt geht’s ans Abschiednehmen. Gestern war ich zum letztenmal in der Pinakothek, heute in der Leuchtenbergschen Galerie und in der Glyptothek.

Abb. 1 Eröffnung der München – Augsburger Eisenbahn am 1. September 1839. Schaubild am Marsfeld; im Hintergrund der provisorische hölzerne Bahnhof. Steinzeichnung von Gustav KrausLudwig Steub (1812-1888) veröffentlichte 1840 in der „Allgemeinen Zeitung“ folgende Plauderei, die später in seine „Kleineren Schriften“ Aufnahme fand:

Wir dürfen jetzt auch von Eisenbahnen mitsprechen, wir Münchner-Augsburger. Wir besitzen nicht bloß das Komitee, lange genug unser einziges Unterpfand, sondern auch wirklich die eisernen Spuren seiner Tätigkeit auf viele Stunden weit, wenn auch noch nicht auf der ganzen Strecke, die erst im Oktober fertig werden soll.

Abb. 1 Die Praterinsel. Radierung von Eugen NeureutherDieser Beitrag von Friedrich Pecht entstammt dem Werk: Ein Jahrhundert München 1800-1900
Zeitgenössische Bilder und Dokumente gesammelt und herausgegeben von
Georg Jacob Wolf aus dem Jahr 1919

Im Oktober 1833 kam der damals neunzehnjährige Kunststudent Friedrich Pecht, später als Kunstschriftsteller ein einflussreicher Mann, aus Konstanz nach München. Er gewann einen ziemlich tristen Eindruck, den er in seinen Erinnerungen „Aus meinem Leben“, die er fast sechzig Jahre später niederschrieb, festgehalten hat:

Deckengemälde im Goldenen SaalDieser Beitrag von Götz Freiherr von Pölnitz (1906-1967) deutscher Historiker und Archivar, entstammt der Buchreihe:
Städte und Landschaften, Augsburg - Eine Monographiereihe. Aus dem Jahre 1948

Augsburgs Geschichte ruht in den Zeiten der Reichsstadt auf den Schultern seiner großen Familien, der Berufsfamilien der Zünfte wie jener der ihrer Mitte entsprossenen oder im Widerstreit mit diesen aufgestiegenen Geschlechter. Zu beiden Gattungen, zu den Zünften und zu den berühmten Einzelgängern, zählen die Fugger. Sie lassen sich in keinen Typ einfangen und erscheinen doch typisch für das Werden und Sich-Formen großer Häuser, vor allem haben sie das historische Profil Augsburgs in einzigartiger Weise geprägt.

Augsburger Gesellschaft um 1500.Der Beitrag von Kurt Pfister entstammt der Buchreihe:
Städte und Landschaften, Augsburg - Eine Monographiereihe. Aus dem Jahre 1948.

Konnte Nürnberg um das Jahr 1500 als Hauptstadt der deutschen Kunst gelten, so ist Augsburg in den beiden Jahrzehnten vor und nach der Jahrhundertwende an die vorderste Stelle des wirtschaftlichen und gesellschaftlich repräsentativen Lebens gerückt. Hand in Hand damit entfaltete sich hier eine ungemein tätige und breite Initiative in allen Bezirken der Wissenschaft und Kunst. Wenn in anderen deutschen Städten Humanismus und Renaissance als Bildungsgesetz wirkten, so ist es in Augsburg eine Art von Lebensgefühl, das Geist und Form, Gestalt und Substanz der neuen Zeit mit atmenden Organen aufnimmt.

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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