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Der bloße Umstand, daß ich durch ein Pariser Atelier gelaufen war und dementsprechend schwärzlich malte, verschaffte mir Aufnahme in eine Gesellschaft von Künstlern, die alle älter und begabter waren als ich. Sie bestand fast durchwegs aus Landschafts- und Sittenbildmalern, so aus dem mir von früher befreundeten Schleich, dann ans Heinlein, Morgenstern, Felix von Schiller, Albert Zimmermann, dem Lithographen Hohe, Kaspar Braun, der von der Malerei sich eben zum Holzschnitt wandte, dem Tiermaler Lotze; vor allem aber zählte sie zu den ihren den liebenswürdigen Spitzweg, der sich ans einem Apotheker auch noch nicht lang zum Maler umgewandelt hatte, neben vielen anderen, die ich vergessen. Wir kneipten allabendlich im Café Scheidel an der Kaufingerstraße, während der größere Teil der jungen Maler im Stubenvollbräu sich zum erstenmale ein Lokal im gotischen Stil, eng, rauchig und unbequem, aber sehr romantisch geschaffen hatte, wo Fedor Dietz und Kreling das große Wort führten und es oft sehr wild und lärmend herging. Beide Gesellschaften kämpften beständig um den Einfluß im mächtig herangewachsenen Kunstverein, von dessen Käufen die meisten Künstler mehr oder weniger abhingen.

Kaspar Braun (1807 – 1877) ist der Begründer der Fliegenden Blätter, deren erste Nummer am 3. Oktober 1844 erschien, und des um die Pflege des Holzschnittes hochverdienten Verlags Braun & Schneider.

Von den Genannten ist besonders Karl Spitzweg (1808 - 1885) hervorzuheben, ein Autodidakt, der nicht allein einer der vorzüglichsten Maler seiner Zeit war, sondern auch als Schilderer Alt-Münchens, das er in eine Wolke liebenswürdiger Romantik einhüllte, einer der merkwürdigsten Meister dieser Epoche ist.

Abb. 1 Blick auf München mit der Praterinsel

 

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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