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Heut gehen wir auf die Wiesn!“, lautete das Credo unseres bayerischen Gastgebers und da wollte ihm keiner widersprechen.

Peter Georg Seiler versteht das Leben als "Circle", in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

Ich schlage die Zeitung auf und denke beim Anblick der glücklich winkenden Person, na schau mal, der Biolek hat es aber ganz schön weit gebracht.

 

Menzel, Wolfgang (1798-1873) deutscher Literaturkritiker und SchriftstellerUnd noch lieber sind mir die Portraits der schönen Münchnerinnen. Wenn die Künstler in ihren Erfindungen und Nachahmungen immer nur das Entsetzliche oder Niedliche, das Große oder Kleine, Harte oder Weiche suchen, und nicht das Schöne, so scheint die Natur selbst sie korrigieren zu wollen.

 

Nichts Lieblicheres als die Mädchengesichter, welche der König von Bayern aus den schönsten Landeskindern ausgewählt, und zu portraitieren befohlen hat.

 

Saphir, Moritz Gottlieb (1795-1858) österreichisch-ungarischer Journalist, Schriftsteller, Humorist und SkandalnudelMan könnte im Kurzen sagen:

„Das Beste an den Münchnern das sind die Münchnerinnen, und das Schlimmste an den Münchnerinnen das sind die Münchner.

Es interessiert sie als Frauenzimmer gewiss am aller ersten, von unserm schönem Geschlechte zu hören, und ich will, wenn Sie es den schönen Münchnerinnen nicht wieder sagen wollen, Ihnen reines Bier einschenken.

Als ich nach München kam, überraschten mich drei Dinge vorzüglich: Die Schnelligkeit der Wasser, die Zahmheit der Vögel, und die Gesprächigkeit der Frauenzimmeraugen.

München, Rathaus um 1700In der Gegend desselben stand einst die Burg Heinrichs des Löwen, wofür das steinerne Löwenrelief an dem in das sogenannte „Tal“ auslausenden Flügel des Rathauses als Beweis gelten soll. Selbst das kolossale Konterfei des heil. Onuphrius an einem Nachbarhause wird als Zeugnis angeführt, weil, wie es heißt, Heinrich der Löwe Reliquien und Bildnis des Heiligen aus dem Morgenlande mitbrachte.

Mit Bezug auf die derzeitige Diskussion um Futtermittel nehmen wir ein Phänomen auf, das viele Millionen Bürger beschäftigt und bewegt.

Hühner

Das Bild des Bauern bzw. Landwirtes, ist in der Öffentlichkeit oft sehr verzerrt und steht in keinem gesunden Verhältnis zum großen Anteil und der Verantwortung sowie Mehrarbeit, die die Landwirte aufbringen, um Flurschäden zu verhindern, die Umwelt zu schützen und einen Großteil der Bevölkerung im In- und Ausland nebenbei mit den wichtigsten Lebensmitteln zu versorgen. Durch Angst schürende Skandale haben immer schon wenige schwarze Schafe die ganze Branche leiden lassen, und besonders in der Lebensmittel-Industrie reagiert jeder emotional, weil jeder Lebensmittel isst.

Dazu haben wir uns ein wenig Gedanken gemacht und so möchten wir die Fakten am Beispiel des in Verruf geratenen Hühner-Eies ein wenig zurechtrücken:

Abb. 1 Der HofgartenFelix von Schiller in seinem Büchlein über München vom Jahre 1843.

Morgen im englischen Garten

Der englische Garten wird eigentlich viel zu wenig von den Münchnern gewürdigt. Die vornehme Welt fährt und reitet darin spazieren, der echte Münchner benützt ihn aber nicht an und für sich, sondern nur als Durchgang zu den in seiner Nähe liegenden Orten, Neuberghausen, Föhring, Brunntal, Schwabing usw., wo gutes Bier ist.

Abb. 1 Universitätsprofessor Justus Freiherr von Liebig. Nach einem Gemälde von Wilh. Trautschold, gestochen von J. BankelLuise von Kobell schreibt in ihrem Buche „Unter den vier ersten Königen Bayerns“:

Eine neue Errungenschaft waren die durch Liebig eingeführten Vorlesungen, wie aus Folgendem ersichtlich ist.

„Einladungen zu den Vorträgen, welche während der Fasten 1853 im neuen chemischen Laboratorium gehalten werden. München, 9. Februar 1853.

Programm der Vorträge: 1. Den 12. Februar: Über die Natur der Flamme. Professor Dr. Justus Freiherr von Liebig. 2. Den 15. Februar: Faust auf der Bühne. Hoftheater-Intendant Dr. Franz Dingelstedt. 3. Den 19. Februar: Über den Kohlenstoff und die Kohlensäure. Professor Dr. Justus Freiherr von Liebig. 4. Den 22. Februar: Über Gold und Eisen. Professor Dr. Franz Ritter von Kobell. 5. Den 26. Februar: 1. Über die Natur der Gase. Professor Dr. Justus Freiherr von Liebig. 6. Den 1. März: Über die germanischen Volkslieder. Geheimer Legationsrat Wilhelm von Dönniges. 7. Den 5. März: Organisches Bruchstück aus dem erzählenden Gedichte Julian. Professor Dr. Emanuel von Geibel. 8. Den 8. März: Über die äginetischen Bildsäulen der Glyptothek. Geheimer Rat Professor Dr. Friedrich von Thiersch.“

Abb. 1 König Max II. und Königin Marie auf der Alm. Gemälde von Philipp Foltz.Im Salon Dönniges

In eine ganz anders geartete Geisteswelt, in den Salon des Freundes und Erziehers Max II., des Rates im Auswärtigen Amt Wilhelm von Dönniges, führt Otto Freiherr von Völderndorff, der seine scharf beobachtenden Münchner Erinnerungen unter dem anmutigen, aber doch zu bescheidenen Titel: „Harmlose Plaudereien eines alten Münchners“ zusammenfasste. Man liest dort:

Abb. 1 Gegend bei Bogenhausen Die politischen Verhältnisse, auf die Dingelstedt hinzielt, spielten auch in das gesellschaftliche Leben herein und führten zur „Zirkelbildung“. Einen solchen in seiner geistigen und sozialen Struktur eigenartigen Zirkel, die hochkatholische Gesellschaft Münchens, versammelte Emilie Linder um sich. Über diesen Kreis berichtet H. W. Riehl in seinen „Kulturgeschichtlichen Charakterköpfen“:

Abb. 1 Auf der Föhringer Terrasse. Aquarell von Wilhelm von Kobell (1837)Die Fremdenkolonie unter König Max II. Über die exklusive Stellung der sogenannten „Berufenen“, meistens Norddeutscher, die König Max an seinen Hof zog, äußert sich Franz von Dingelstedt in seinen „Münchner Bilderbogen“:

Um die Mitte der fünfziger Jahre war die Fremdenkolonie so an Zahl gewachsen, im Bestande befestigt, daß sie als eigenes Element in der Bevölkerung gelten durfte, als solches auch bereits sich wirksam erwiesen hatte. Die meisten der neuen Ankömmlinge gruppierten sich um die Universität: Liebig, der Chemiker, - Jolly, der Physiker, - Siebold, der Zoologe, - Bischoff, der Anatom und Physiologe, - Pfeufer, der Therapeut, - Sybel, der Geschichtsschreiber, nach seinem frühen Abgang ersetzt durch Giesebrecht, - die Kulturhistoriker Riehl und Löher, - Bluntschli, der Staatsrechtslehrer, - Carriere, der Philosoph und Kunsthistoriker, - der Pandektist Windscheid, - also Männer aller wissenschaftlichen Fächer und aller akademischen Fakultäten mit Ausnahme der theologischen.

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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