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Wie ein junger Akademiker im Jahre 1807 in München lebte. PDF Drucken E-Mail
Land & Leute
Sonntag, den 31. Januar 2010 um 17:28 Uhr

Abb. 1 Das Rathaus gegen den Peters Freithof. Radierung von F. Bollinger. Abb. 1 Das Rathaus gegen den Peters Freithof. Radierung von F. Bollinger.

Der berühmte Schlachtenmaler Albrecht Adam (1786-1862) schreibt in seiner Selbstbiographie, die H. Holland 1886 aus dem Nachlaß herausgab, über sein Leben in München als junger Kunstbeflissener:

Damals und so lange mein Aufenthalt in München währte, wohnte ich in einem aus Ziegelwänden erbauten Gartenhäuschen, das nach drei Himmelsgegenden Fenster hatte. Ein aus leichten Brettern gezimmertes Stiegenhaus, bei welchem durch viele Spalten der Wind hereinblies, war mein Schlafgemach, in dem ich, um ein reines Zimmer zum Malen zu haben, Sommer und Winter, selbst bei der strengsten Kälte schlief.

 

 

Zur Befriedigung der nötigen Lebensbedürfnisse brauchte ich samt meinem Gesellschafter, einem treuen Pudel, die Hausmiete nicht mit eingerechnet, täglich 24 Kreuzer. Dabei war ich so gesund, sah so blühend aus und hatte eine solche Heiterkeit des Gemütes, daß sie oft bis zum Mutwillen überging und meine Freunde oftmals sagten: „Wir wollen nur sehen, wenn du einmal gescheit wirst.“ Auf solche Weise verlebte ich in München unbeschreiblich glückliche Tage.

 

Abb. 1 Das Rathaus gegen den Peters Freithof. Radierung von F. Bollinger.

 

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