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die befreundeten Künstler mit stilvollem Transparent und sonstigem Schmuck, Dichter und Musiker mit Wort und Gesang, Friederike mit fröhlich zubereiteten Scherzen. Zu unserer großen Freude kam auch der Kronprinz, die Heiterkeit nicht beeinträchtigend, sondern durch
Herzlichkeit steigernd; Cornelius selber, der als einer der letzten erschien, war gerührt.

Einmal aber äußerte sich Peter mißvergnügt, daß er in München gar nicht in vornehme Häuser geladen werde, wie ihm doch in Berlin geschehen. „Hast du denn auch Besuch gemacht?“ frug ich ihn. „Das nicht“, erwiderte er. Und da ich ihn aufs Korn nahm, zeigte sich`s, daß sein Hausgenosse, der Exminister Graf Montgelas, sogar mit Besuch ihm zuvorgekommen, mein guter Peter jedoch, ohne alles Arg, das einfach hingenommen und keinen Gegenbesuch gemacht hatte. Die Künstler in Rom waren
eben gewöhnt, in ihren Werkstätten von Fürsten und Fürstinnen aufgesucht zu wer den. Daß er in seiner jetzigen Stellung andere Höflichkeitspflichten habe, mußte ich ihm erst auseinandersetzen; nun, da war` s ihm dann auch recht.

In des Schaffens Lust rief er einmal: „Wenn`s im Himmel keine Kunst gäbe, möchte ich gar nicht hinein!“ Und richtig verstanden, war er nicht zu tadeln. Der Himmel wäre eben nicht der Himmel, wenn eine berechtigte Seite unseres Wesens unbefriedigt bliebe. Gott ist eben auch ein Gott der Künstler.

Peter von Cornelius (1783-1867), Düsseldorfer von Geburt, in entscheidenden Jahren seiner künstlerischen Entwicklung in .Rom als Haupt der sogenannten ,,Nazarener“, später in Berlin, wurde nach dem Tode Johann Peter von Langers als Akademie-Direktor hauptsächlich auf Betreiben des damaligen Kronprinzen, des späteren König Ludwig, nach München berufen.

Abb. 1 Akademie-Direktor Peter von Cornelius. Nach einer Zeichnung von K. H. Hermann. Gestochen von Carl von Gonzenbach

 

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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