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Ein Münchener Bürger (wohl ein Spezereihändler) in gewissen Jahren kam mit seiner Frau und einem kleinen Hund in dasselbe Zimmer. Er habe heute früh auch nicht gedacht, sagte er, daß er heute Abend in Schwabing sein würde, aber es geschehe des Hundes wegen. Es ist nämlich neuestens hier verboten worden, Hunde ins Wirtshans in der Stadt mitzunehmen. Auch der Schneider Lechner, der sich sonst nicht leicht außer der Stadt betreffen lasse, sei ihm heut vor den Toren begegnet und habe ihm gesagt, auch er gehe seinem Hund zuliebe über Feld. Ich machte dem Mann bemerklich, wie gut er und sein Freund Lechner auf solche Motion heute Nacht schlafen würden, zeigte ihm, wie alle Dinge, auch die unangenehmen, ihre gute Seite haben, deutete auf den Vorteil hin, der den Dorfwirten aus dieser Verordnung erwachse und ihnen auch zu gönnen sei, wagte die Vermutung, daß diese Dorfwirte dem ganzen Verbot nicht fremd sein dürften, und schloß mit der Beruhigung, daß ein so hartes Gesetz, so wenig als einst die drakonischen, sich auf die Dauer werde halten können. Nachdem ich so den trefflichen Bürger mit seiner Frau sichtlich befriedigt hatte, trank ich mein Glas Bier aus und überlies, ihn seinen Betrachtungen und seinen Leberwürsten, deren er für sich zwei und für seine Ehehälfte eine bestellt hatte, und wovon auch der spazierengeführte Hund sein gutes Teil bekommen haben wird.

Du fragst schon nach dem „Harmlos“! Aber so weit sind wir noch nicht.
Schneeverhüllt schaut noch das Gebirg herüber;
Wasserleer noch schweigen die zwei Fontänen;
Und im Kasten winterlich eingeschlossen
Träumet der „Harmlos“.

Der ,,Harmlos“ - eine Marmorstatue am Eingang des Englischen Gartens, von Theodor Graf Morawitzky gestiftet und von Franz Schwanthaler, dem Vater Ludwig Schwanthalers, modelliert. Sie trägt ihren Namen von der Aufschrift der Spruchtafel: ,,Harmlos wandelt hier, dann kehret neugestärkt zu jeder Pflicht zurück!“

Die zwei Fontänen befinden sich an der Ludwigstraße vor der Universität und dem Georgianum.

Abb. 1 Das Brunnhaus hinter dem Hofgarten und der „Harmlos“. Radierung von F. Bollinger

 

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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