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Die Guillotine blieb in dieser Nacht unbenutzt, zu unserem Glück. Leicht verstaubt verließen wir das Lokal irgendwann...

Was schmeckt besser? Bananen oder Banausen? Nun sieht es auf den ersten Blick so aus, als wäre hier eine einfache Antwort möglich.

 

KaffeepflanzeDer Unterzeichnete zeigt einem hohen Adel und verehrungswürdigen Publikum hiermit ergebenst an, dass er von Sr. Majestät unsern Allergnädigsten Könige ein Privilegium erhalten habe, auf eine ganz neue und verbesserte Art von Glas-Kaffee-Maschinen; diese Glas-Kaffee-Maschinen sind zuverlässig die besten von allen bisher gehabten; sie haben den Vorteil, dass man nur die Hälfte des Kaffees braucht, und der Kaffee dadurch noch viel geschmackvoller wird, auch verdienen sie der Reinlichkeit halber allen Vorzug; diese neuen Kaffee-Maschinen sind in einer Art so verbessert, dass durchaus keine Explosion statt finden kann, indem das Glas mittelst einer Schraube an dem Wasserbehälter befestigt ist.

geschrieben von Cornelia Koepsell

 

Eines Tages hatte ich genug, von der täglichen Büroarbeit, dem Chef, den Kollegen, einfach von allem.

Der erste Ausweg, der mir einfiel, einfach Drogen nehmen. Das Angebot ist vielfältig und abwechslungsreich. Da gäbe es Koks oder noch mehr Arbeit oder die schlichte Variante – Saufen. Diese Möglichkeit verschob ich „Nur für heute“ und voller Heldenmut. Für die zweite Alternative – Auswandern - fehlte mir eine Kleinigkeit: Geld. 

 

München, Frauenkirchegeschrieben von Cornelia Koepsell

 

Ich bin ein Streuner. Nein. Falsch. Eine Streunerin. Das ist ein Beruf, den auch Frauen ausüben können. Emanzipation sei Dank.

Es fing früh an. Meine Lieblingslektüre in der Schulzeit war Eichendorff: „Aus dem Leben eines Taugenichts.“

Das hat mich geprägt.

 

„Du wirst in der Gosse enden“, prophezeite mir meine Deutschlehrerin. Sie gehörte noch zu der Sorte, die der festen Überzeugung war, dass am deutschen Wesen die Welt zu genesen habe, auch nach Ausschwitz, was zu meiner Schulzeit im Deutschland der sechziger Jahre ein Ort war, von dem niemand sprach. Stattdessen redeten wir über die „sogenannte DDR“ oder die „Sowjetische Besatzungszone.“ Jede Zeit hat andere Wörter und Orte.

geschrieben von Cornelia KoepsellAugsburg, Fuggerei

„Wie sind Sie denn nach Augsburg gekommen“, werde ich bisweilen gefragt.

„Mit dem Zug“, antworte ich. Oft ist das Gespräch dann beendet. Es gibt Leute, die nicht so leicht zu beleidigen sind. Die fragen weiter:

„Wie lange leben Sie hier schon?“

„Zwanzig Jahre“ , gestehe ich.

„Dann muss es Ihnen doch gefallen. Sonst wären Sie nicht so lange geblieben.“

„Na ja“, gebe ich zu.

Dass Essen und Trinken das unentbehrlichste Mittel ist, um das Band, welches unsere unsterbliche Seele an unseren sterblichen Leib knüpft, nicht reißen zu lassen, ist Jedermann zur Genüge bekannt. Allein dessen ungeachtet scheint man zwischen beiden gleich notwendigen Bedürfnissen einen wesentlichen Unterschied zu machen, und dem Essen fast immer den Vorzug einzuräumen.

Die Alten hielten den Bart für ein Zeichen der Weisheit und des Ansehens, und bestimmten die Grade der Ersteren nach seiner Länge. Unter den Türken vermehrt noch bis jetzt ein langer Bart die Beweiskraft eines Zeugen und es soll sich Mancher durch seinen Bart ziemlich gut stehen.

Edmund HarburgerAus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“. XV Jahrgang. München 1904. Berlin.

München. Am 5. Juli verstarb hier der Bildhauer Fritz Christ im Alter von kaum vierzig Jahren. Schüler der Münchener Kunstakademie unter W. v. Rümann, erhielt er eine tüchtige Ausbildung. Schon als Akademiker erwarb er sich die erste Auszeichnung für eine modellierte Aktfigur. Auf den Münchener Friedhöfen stehen mehrere prächtige Denkmale aus seiner Werkstätte. Eigenartiger und künstlerisch noch wertvoller sind seine kleinen Statuetten aus Bronze. Gerade in der Kleinplastik kommt seine solide tüchtige Arbeitsweise am besten zum Ausdruck. Auf den jährlichen Ausstellungen im Glaspalast, bei denen er lange als Juror beteiligt war, fanden sich regelmäßig solche Arbeiten ein.

Christian RothAus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“. XXII Jahrgang. München 1907. Berlin.

München. Mit Prof. Christian Roth, der am 22. März hier starb, ist wieder einer der charakteristischen Münchener Künstlergestalten aus dem Leben geschieden. Roth, ein geborener Nürnberger, hat sich autodidaktisch gebildet. Er war ein heißer Streiter im Kampfe um seine künstlerischen Ideale. Seine geharnischte Schrift „Im Kittel und Schurzfell“, die an die bekannte Kunstdebatte in der bayerischen Abgeordnetenkammer 1898 anknüpfte, zeigt ihn von dieser Seite. Roth hätte auch Pamphletist werden können, er besaß vielleicht auch noch das Zeug zu etwas mehr in sich, er aber entschloss sich schon in jungen Jahren, Bildhauer zu werden. Die Plastik war ihm vielfach Mittel zum Zweck, seinen persönlichen Anschauungen und Gefühlen Ausdruck zu geben. Man darf nur an Werke wie den Faun, der sich hinter der Maske des Zeus versteckt, das Kunstgigerl, das Relief „Chronos und die Plastik“ erinnern.

 

Theodor PixisAus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“. XXII Jahrgang. München 1907. Berlin.

München. Am 19. Juli ist in seinem grünumrauschten Sommerheim in Pöcking am Starnberger See wieder einer der Ältesten von der Münchener Künstlerschar entschlafen, der Historien- und Genremaler Theodor Pixis. Er hat sich seine Sporen noch in der Zeit der „großen Historie“ unter Wilhelm von Kaulbach verdient, und es ist mehr als ein halbes Jahrhundert her, dass er (1856) für seinen „Huss auf dem Wege nach dem Konzil von Constanz“ die I. Medaille erhielt. Die nächste Generation kennt ihn mehr als Illustrator und als den Autor mannigfacher, kleinerer, mit großer Akkuratesse gemalter Genrebilder. In der letzten Zeit seines Lebens ist er künstlerisch wenig mehr hervorgetreten. Pixis wurde am 1. Juli 1831 in Kaiserslautern als der Sohn eines höheren Justizbeamten geboren, machte das Gymnasium durch und sollte den Beruf des Vaters ergreifen. Aber schon nach einem Jahr juristischen Studiums trat er von der Universität an die Akademie zu München über, war Schüler von Foltz und Ramberg und dann von Wilhelm von Kaulbach, dessen großzügige Kompositionskunst ihn mächtig anzog und auf ähnliche Wege lockte.

 

Philipp KleinAus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“.  München 1907. Berlin.

München. In das Münchener Kunstleben hat der Tod eine empfindliche Lücke gerissen: am 10. Mai ist der Maler Philipp Klein in Hornegg am Neckar im Alter von 36 Jahren einem Herzleiden erlegen. Noch auf der letzten Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession hatte sich Klein mit Stilleben und einigen Landschaften aus Viareggio einen durchschlagenden Erfolg errungen. Er gehörte zu den talentvollsten und hoffnungsvollsten Malern der heranwachsenden Generation; mit unverbrüchlicher Zuversicht arbeitete er an sich selbst; er liebte die Malerei mit einem heißen Herzen.

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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