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Maler, Philipp Klein 1871-1907 PDF Drucken E-Mail
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Philipp Klein Philipp Klein

Aus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“.  München 1907. Berlin.

München. In das Münchener Kunstleben hat der Tod eine empfindliche Lücke gerissen: am 10. Mai ist der Maler Philipp Klein in Hornegg am Neckar im Alter von 36 Jahren einem Herzleiden erlegen. Noch auf der letzten Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession hatte sich Klein mit Stilleben und einigen Landschaften aus Viareggio einen durchschlagenden Erfolg errungen. Er gehörte zu den talentvollsten und hoffnungsvollsten Malern der heranwachsenden Generation; mit unverbrüchlicher Zuversicht arbeitete er an sich selbst; er liebte die Malerei mit einem heißen Herzen.

Ganz aus eigenem Antrieb zur Kunst gekommen, bildete er sich anfangs hauptsächlich an Uhdes feinsinniger Tonmalerei, bis er später durch die französischen Impressionisten, durch Manet und Monet, in seinem Streben die nötige Sicherheit fand. Sein Erscheinen in der Münchener Secession ist deshalb mehr als ein Zufallspiel, weil er in die Ausstellungen immer viel Farbe und viel Licht brachte und dadurch sich in vielem von vielen unterschied. Er muss der Bruderschaft der reinen Farbe zugezählt werden, die im Licht einen Hauptfaktor sieht, dem Malerischen der Erscheinungswelt einen erhöhten Ausdruck zu geben. Ein Maler aus Instinkt, eine Malernatur, stärker im Positiven vielleicht, als im Gemütlichen und aus diesem Grund immer ein mächtiger Anreger. Wenn eine Ausstellung eröffnet wurde, sah man immer zuerst nach seinen Bildern, weil sich Hoffnungen an seinen Namen knüpften. Klein malte alles, dessen er habhaft werden konnte, Stilleben, Landschaften, Frauen, Männer; überall erprobte er seine Kraft. Nun ist sein Tagewerk vollendet. Vieles an ihm zeigt ihn auf einer Höhe, die nur wenigen zu erreichen vergönnt ist. Man muss dem jungen wackeren Künstler den Lorbeer aus gerechten Gründen aufs Grab legen, weil er ihn sich durch die Tat verdient hat. Es verlautet, dass sein Lebenswerk bald zu einer Gedächtnisausstellung vereinigt wird. Dann werden sich Streben und Können in noch schärferem Umrisse zeigen.

 

 

 

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