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Ganz aus eigenem Antrieb zur Kunst gekommen, bildete er sich anfangs hauptsächlich an Uhdes feinsinniger Tonmalerei, bis er später durch die französischen Impressionisten, durch Manet und Monet, in seinem Streben die nötige Sicherheit fand. Sein Erscheinen in der Münchener Secession ist deshalb mehr als ein Zufallspiel, weil er in die Ausstellungen immer viel Farbe und viel Licht brachte und dadurch sich in vielem von vielen unterschied. Er muss der Bruderschaft der reinen Farbe zugezählt werden, die im Licht einen Hauptfaktor sieht, dem Malerischen der Erscheinungswelt einen erhöhten Ausdruck zu geben. Ein Maler aus Instinkt, eine Malernatur, stärker im Positiven vielleicht, als im Gemütlichen und aus diesem Grund immer ein mächtiger Anreger. Wenn eine Ausstellung eröffnet wurde, sah man immer zuerst nach seinen Bildern, weil sich Hoffnungen an seinen Namen knüpften. Klein malte alles, dessen er habhaft werden konnte, Stilleben, Landschaften, Frauen, Männer; überall erprobte er seine Kraft. Nun ist sein Tagewerk vollendet. Vieles an ihm zeigt ihn auf einer Höhe, die nur wenigen zu erreichen vergönnt ist. Man muss dem jungen wackeren Künstler den Lorbeer aus gerechten Gründen aufs Grab legen, weil er ihn sich durch die Tat verdient hat. Es verlautet, dass sein Lebenswerk bald zu einer Gedächtnisausstellung vereinigt wird. Dann werden sich Streben und Können in noch schärferem Umrisse zeigen.

 

 

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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