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Historien- und Genremaler, Theodor Pixis 1831-1907 PDF Drucken E-Mail
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Theodor Pixis Theodor Pixis

Aus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“. XXII Jahrgang. München 1907. Berlin.

München. Am 19. Juli ist in seinem grünumrauschten Sommerheim in Pöcking am Starnberger See wieder einer der Ältesten von der Münchener Künstlerschar entschlafen, der Historien- und Genremaler Theodor Pixis. Er hat sich seine Sporen noch in der Zeit der „großen Historie“ unter Wilhelm von Kaulbach verdient, und es ist mehr als ein halbes Jahrhundert her, dass er (1856) für seinen „Huss auf dem Wege nach dem Konzil von Constanz“ die I. Medaille erhielt. Die nächste Generation kennt ihn mehr als Illustrator und als den Autor mannigfacher, kleinerer, mit großer Akkuratesse gemalter Genrebilder. In der letzten Zeit seines Lebens ist er künstlerisch wenig mehr hervorgetreten. Pixis wurde am 1. Juli 1831 in Kaiserslautern als der Sohn eines höheren Justizbeamten geboren, machte das Gymnasium durch und sollte den Beruf des Vaters ergreifen. Aber schon nach einem Jahr juristischen Studiums trat er von der Universität an die Akademie zu München über, war Schüler von Foltz und Ramberg und dann von Wilhelm von Kaulbach, dessen großzügige Kompositionskunst ihn mächtig anzog und auf ähnliche Wege lockte.

Er malte einen „Coriolan“ und den „Versuch des Petrus von Vienna, Kaiser Friedrich II. zu vergiften“, dann den erwähnten „Abschied des Huss“, der heute im Museum zu Bern zu sehen ist. Nach der Rückkehr von einem Studienaufenthalt in Italien erhielt er vom König von Bayern den Auftrag, drei Fresken im Nationalmuseum zu malen, die den Auftraggeber sehr befriedigten. Auch eine „Letzte Unterredung Calvins“ kam von seiner Staffelei. In den sechziger Jahren wandte sich Theodor Pixis einer umfangreichen Illustrationstätigkeit zu und gab die „große Historie“, die inzwischen auch andere Wege eingeschlagen hatte, ganz auf. Sein liebenswürdiges Kompositionstalent übte er an zahlreichen Kartons, die in vielen unserer ersten illustrierten Zeitschriften nachgebildet wurden und in ganz Deutschland sich großer Beliebtheit erfreuten. Bald waren es freundliche Familienszenen, die er schilderte, bald entnahm er seinen Stoff den Schätzen des deutschen Volksliedes. Bekannte Bilder von Pixis waren u. a. „Glückliche Fahrt“, „Vor und nach dem ersten Ball“. Auch Illustrationen zu Kinkels „Otto der Schütz“, zu Miltons „Verlorenem Paradies“ entstanden. Am bekanntesten von Pixis Arbeiten aber wurde die in zahllosen Reproduktionen über die Welt verbreitete „Richard-Wagner-Galerie“. Sie entstand durch Aufträge König Ludwigs IL, der eine Serie von Kompositionen zu Richard Wagners Werken von dem Künstler haben wollte und ihn zu diesem Zwecke wiederholt in seine Separatvorstellungen lud. Im Laufe eines Vierteljahrhunderts vollendete Pixis so 45 Bilder aus dem gewaltigen Stoffkreise der Wagnerschen Dichtungen. Auch als Bildnismaler trat er hervor und konterfeite manchen berühmten Mann, so Döllinger, Paul Heyse, Dingelstedt, Pettenkofer u. a. — ein Leben reich an Arbeit und Erfolgen! — Theodor Pixis war mit dem Münchner Künstlerleben dreier Generationen aufs Innigste verwachsen und verfügte über einen reichen Schatz von Erinnerungen, gehörte auch der historischen Kommission der „Münchener Künstler-Genossenschaft“ an und war Ehrenmitglied dieser Genossenschaft.

 

 

 

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