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Er malte einen „Coriolan“ und den „Versuch des Petrus von Vienna, Kaiser Friedrich II. zu vergiften“, dann den erwähnten „Abschied des Huss“, der heute im Museum zu Bern zu sehen ist. Nach der Rückkehr von einem Studienaufenthalt in Italien erhielt er vom König von Bayern den Auftrag, drei Fresken im Nationalmuseum zu malen, die den Auftraggeber sehr befriedigten. Auch eine „Letzte Unterredung Calvins“ kam von seiner Staffelei. In den sechziger Jahren wandte sich Theodor Pixis einer umfangreichen Illustrationstätigkeit zu und gab die „große Historie“, die inzwischen auch andere Wege eingeschlagen hatte, ganz auf. Sein liebenswürdiges Kompositionstalent übte er an zahlreichen Kartons, die in vielen unserer ersten illustrierten Zeitschriften nachgebildet wurden und in ganz Deutschland sich großer Beliebtheit erfreuten. Bald waren es freundliche Familienszenen, die er schilderte, bald entnahm er seinen Stoff den Schätzen des deutschen Volksliedes. Bekannte Bilder von Pixis waren u. a. „Glückliche Fahrt“, „Vor und nach dem ersten Ball“. Auch Illustrationen zu Kinkels „Otto der Schütz“, zu Miltons „Verlorenem Paradies“ entstanden. Am bekanntesten von Pixis Arbeiten aber wurde die in zahllosen Reproduktionen über die Welt verbreitete „Richard-Wagner-Galerie“. Sie entstand durch Aufträge König Ludwigs IL, der eine Serie von Kompositionen zu Richard Wagners Werken von dem Künstler haben wollte und ihn zu diesem Zwecke wiederholt in seine Separatvorstellungen lud. Im Laufe eines Vierteljahrhunderts vollendete Pixis so 45 Bilder aus dem gewaltigen Stoffkreise der Wagnerschen Dichtungen. Auch als Bildnismaler trat er hervor und konterfeite manchen berühmten Mann, so Döllinger, Paul Heyse, Dingelstedt, Pettenkofer u. a. — ein Leben reich an Arbeit und Erfolgen! — Theodor Pixis war mit dem Münchner Künstlerleben dreier Generationen aufs Innigste verwachsen und verfügte über einen reichen Schatz von Erinnerungen, gehörte auch der historischen Kommission der „Münchener Künstler-Genossenschaft“ an und war Ehrenmitglied dieser Genossenschaft.

 

 

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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