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Vermischtes
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Christian Roth
Aus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“. XXII Jahrgang. München 1907. Berlin.
München. Mit Prof. Christian Roth, der am 22. März hier starb, ist wieder einer der charakteristischen Münchener Künstlergestalten aus dem Leben geschieden. Roth, ein geborener Nürnberger, hat sich autodidaktisch gebildet. Er war ein heißer Streiter im Kampfe um seine künstlerischen Ideale. Seine geharnischte Schrift „Im Kittel und Schurzfell“, die an die bekannte Kunstdebatte in der bayerischen Abgeordnetenkammer 1898 anknüpfte, zeigt ihn von dieser Seite. Roth hätte auch Pamphletist werden können, er besaß vielleicht auch noch das Zeug zu etwas mehr in sich, er aber entschloss sich schon in jungen Jahren, Bildhauer zu werden. Die Plastik war ihm vielfach Mittel zum Zweck, seinen persönlichen Anschauungen und Gefühlen Ausdruck zu geben. Man darf nur an Werke wie den Faun, der sich hinter der Maske des Zeus versteckt, das Kunstgigerl, das Relief „Chronos und die Plastik“ erinnern.
Er ist aber auch der Schöpfer jener durch jene Kunstdebatte den weitesten Kreisen bekannt gewordenen Gruppe „Im Sterben“ (Abb. Jahrg. XII, S.344). ein Werk, das durch und durch von menschlich schöner Empfindung beseelt ist. Von der besten Seite zeigte sich sein plastisches Talent in den vielen Porträtbüsten, die er geschaffen hat. In der Art und Weise der Formbehandlung stehen sie denen von Wagmüller nahe, betonen aber das Charakteristische vielleicht noch schärfer und eindringlicher. Das malerische Element in dieser Plastik tritt darin weniger störend hervor als in größeren Gruppen. Figuren u. dgl. Auf einem Gebiete ist Roth wohl bahnbrechend gewesen und hat Arbeiten hinterlassen, die seinen Namen der Nachwelt vielleicht mehr einprägen als seine bildhauerischen Werke, wir meinen seine Tätigkeit als Darsteller und Zeichner der plastischen Anatomie. Als 26jähriger gab er bereits seinen „Plastisch-anatomischen Atlas zum Studium des Modells und der Antike“ heraus und schuf seinen „Athleten“; später folgten noch zwei weitere Atlanten „Der Aktsaal“ und „Anatomische Studien und Skizzen“.
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