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Der Bavaria Enthüllungsfest. PDF Drucken E-Mail
Vermischtes
Samstag, den 06. Februar 2010 um 07:30 Uhr

Abb. 1 Vignette von Eugen Napoleon Neureuther Abb. 1 Vignette von Eugen Napoleon Neureuther

Gedicht von König Ludwig I.

Glühend schien die Sonne, noch glühender schlugen die Herzen
Bei dem glänzenden Fest, welches die Liebe beseelt.
Gegenwart war die Vergangenheit wieder, ich schien auf das Neue
Der Beherrscher des mich freudig umgebenden Volkes.
Doch es war nur ein Traum, ein Traum, den ich Wachender hatte,
Aber es ist kein Traum, daß ich geliebt von dem Volk.


Schön geschmückt zog Wagen an Wagen in heiterer, langer
Reihe. Was sinnig erdacht, war ausgeführt von der Kunst,
Von der vollendeten. Durch der Gewerbe Erzeugnis gedrungen
War die Kunst wie das Blut, welches den Körper durchfließt.
Jede Innung zeigte, was sie zu bewirken vermögend:
Hoher Schönheitssinn wurde in allem gesehen.
Prächtig folgte der Wagen der Künstler, würdig derselben,
Die erhabensten sie seit der Kunst Wiedergeburt.
Keiner Anreden auswendig gelernte, schwülstige Phrasen
Gab es zu hören; der Blick sprach, was nicht sagte der Mund,
Drückte der Anerkennung, der Anhänglichkeit tiefe,
Innige Gefühle mir aus. Wie ich sie früher gekannt,
Meine alten Münchner, sie waren, wie sie gewesen,
Eh` sie der Taumel gefaßt, welcher ergriffen die Welt.
Als der Zug vorüber, da wurde es lautlos, und plötzlich
Stand der Koloß enthüllt, stand die Bavaria da.
Golden schimmerte sie in den Strahlen der Sonne, und leuchten
Wird durch mein Leben die Glut, die in den Herren ich fand.
Herrlich! herrlich! ja herrlich in jeder Beziehung war dieses
Fest, wie durch das Gefühl, welches dasselbe erzeugt,
Durch den Gedanken der Darstellung und durch die kunstvolle selber.
Sie war ein solches, und nie gibt ein solches es mehr.
„Zu dem Vater kamen die Kinder“ in dankbarer Liebe.
Sie fühlten, was ihnen er war, welchen sein Volk hat geliebt.

Abb. 1 Vignette von Eugen Napoleon Neureuther

 

 

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