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Die Zustände wurden allmählich schreckenerregend. Ein schwefelgelber Dampf schien über der Stadt zu liegen; auf den Straßen sah man nur die bekannten schwarzen Wagen, alle Fremden stoben in panischer Flucht davon. Schwer wie Blei stockte das Blut auch in den Gliedern der Gesunden, als wäre die Luft vergiftet. Die Zahl der Toten stieg allmählich auf hundert und mehr jeden Tag.

Mit dem alten Pangkofer hatte ich noch vorgestern im Kaffeehanse Schach gespielt, als einer in der Zeitung las: „Gestern verstarb auch der Redakteur Dr. Pangkofer.“ Niemand hatte auch nur erfahren, daß er erkrankt war. Meister Konrad Knoll, der Bildhauer, mit dem ich in letzter Zeit zusammen speiste, kam zu mir. „In unserem Hause sind heute nacht wieder fünf gestorben, in meiner Etage allein drei; wenn ich bleibe, komme ich auch an die Reihe. Geh mit mir nach Starnberg, bis Gauting können wir fahren.“ So weit war in diesem Jahre bereits die neue Eisenbahn eröffnet.

Für die Erste allgemeine deutsche Industrie-Ausstellung, deren Eröffnung am 15. Juli erfolgte, und der zu Ehren das ,,Gesamtgastspiel“ stattfand, war im Areal des Botanischen Gartens von der Firma Eramer-Klett in Nürnberg der Glaspalast, der heute noch besteht und inzwischen so manche Ausstellung von höchstem Belang beherbergte, innerhalb 78 Tagen in Glas- und Eisenkonstruktion fertiggestellt worden.

J.A. Pangkofer, von dem der hübsche Aufsatz stammt, ,,Wie die Bavaria entstand“(vgl. S. 180 ff.), war namentlich auch als Dialektdichter geschätzt und neben Franz von Kobell zu seiner Zeit der volkstümlichste auf diesem Gebiete.

 

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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