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Fritz ChristAus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“. XV Jahrgang. München 1904. Berlin.

München. Am 5. Juli verstarb hier der Bildhauer Fritz Christ im Alter von kaum vierzig Jahren. Schüler der Münchener Kunstakademie unter W. v. Rümann, erhielt er eine tüchtige Ausbildung. Schon als Akademiker erwarb er sich die erste Auszeichnung für eine modellierte Aktfigur. Auf den Münchener Friedhöfen stehen mehrere prächtige Denkmale aus seiner Werkstätte. Eigenartiger und künstlerisch noch wertvoller sind seine kleinen Statuetten aus Bronze. Gerade in der Kleinplastik kommt seine solide tüchtige Arbeitsweise am besten zum Ausdruck. Auf den jährlichen Ausstellungen im Glaspalast, bei denen er lange als Juror beteiligt war, fanden sich regelmäßig solche Arbeiten ein.

Alexander WagnerAus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“. XV Jahrgang. München 1904. Berlin.

München. Am 16. April feiert der hiesige Akademieprofessor Alexander von Wagner sein 40jähriges Jubiläum als Lehrer an der Münchener Akademie. Geboren 1838 in Budapest, studierte er an der Wiener Akademie unter Geiger und Blaas, später in München unter Hiltensperger und Anschütz und schließlich unter Piloty, der sich für den jungen Künstler sehr interessierte. 1866 begann er seine Lehrtätigkeit an der Münchener Akademie, die reich an großen Erfolgen ist. Unter seinen Schülern befanden sich u. a. Gysis, Johann Herterich, Munkaczy, und viele andere von ausgezeichnetem Rufe. Seine populärsten Bilder sind das Altrömische Wagenrennen im Zirkus Maximus, Husarenritt und die durch zahlreiche Reproduktionen bekannten „Stiergefechte“. Seine Werke zeichnen sich besonders durch ungemein lebhafte, naturwahre Zeichnung und große plastische Erscheinung aus.

August DrummAus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“. XV Jahrgang. München 1904. Berlin.

München. Am 21. Oktober starb der Bildhauer - Professor August Drumm, geboren 1862 zu Ulmet in der Rheinpfalz. Drumm, der zuerst Kaufmann war, begann seine künstlerische Laufbahn 1881 als Schüler der Münchener Kunstgewerbeschule und hatte schon nach wenigen Jahren achtunggebietende Erfolge zu verzeichnen. 1886 führte er ein Kriegerdenkmal für Ingolstadt aus, 1887 errang er das Staatsstipendium für einen Studienaufenthalt in Italien, wo er bis 1890 verweilte. Nach seiner Rückkehr nach München errang er den ersten Preis für das Friedensdenkmal in Edenkoben, schuf die allegorische Darstellung der Pfalz auf der Prinzregentenbrücke und eine Reihe weiterer plastischer Arbeiten, insbesondere einige hervorragende Grabdenkmäler. Auf die Bedeutung Drumms werden wir demnächst noch einmal in einem unserer nächsten Hefte über die Münchener Bildhauer zu sprechen kommen. Die liebenswürdigen Charaktereigenschaften des so früh aus vollem Schaffen Gerissenen, seine lebhafte tätige Beteiligung an den festlichen Veranstaltungen der Münchener Künstlerkreise haben ihm allgemeine Sympathien erworben und sein Hinscheiden wird herzlich betrauert.

 

Ludwig von Nagel zu AichenbergAus: Freie Kunst. Der „Kunst für Alle“. XV Jahrgang. München 1900.

 

München. Am 8. September ist in Krailling an der Wurm, wo er sich ein idyllisches Sommerheim eingerichtet hatte, Ludwig von Nagel zu Aichenberg einem tückischen Leiden erlegen. Er war von allen deutschen Pferde-Malern und -Zeichnern vielleicht - nein bestimmt! - derjenige, der Pferd und Reiter am gründlichsten gekannt, am eingehendsten und liebevollsten studiert hat. Man darf wohl sagen: Ludwig von Nagel hat in seinen zahllosen Zeichnungen, deren Stoff dem Sportsleben und der soldatischen Reiterwelt entnommen war, nie einen konventionellen Strich getan, sondern immer charakterisiert. Jedes Pferd, das er zeichnete, war ein Individuum mit Vorzügen und Fehlern, nicht der Gaul, wie bei so vielen seiner Kollegen, sondern ein Gaul, den der Künstler womöglich in der Wirklichkeit studiert hatte.

Aus: Die vier Jahreszeiten: Gedichte. Von Frank Wedekind (1864-1918) deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Schauspieler. 1905

Willkommen, schöne Schäferin
In deinem leichten Kleide,
Mit deinem leichten frohen Sinn,
Willkommen auf der Weide.

Sieh, wie so klar mein Bächlein fließt,
Zu tränken deine Herde!
Komm setz dich, wenn du müde bist,
Zu mir auf die grüne Erde.

Und trüb sich der Sonne goldiger Schein
Und fällt ein kühlender Regen,
Dann ist mein Mantel nicht zu klein,
Wollen beide darunter uns legen.


Frank Wedekind (1905)

Aus: Deutsches Museum. Zeitschrift für Literatur, Kunst und öffentliches Leben. Robert Prutz, Wilhelm Wolfsohn, Hermann Rost. Erster Jahrgang 1851. Juli – September.

Man muss die Leute nicht gleich entmutigen und durch gar zu herbe Kritiken niederschlagen, wenn auch der erste Wurf nicht ganz gelingt und der Erfolg noch hier und da hinter dem guten Willen zurückgeblieben ist. Was heute lückenhaft, matt und faulig scheint, kann und wird vielleicht morgen zusammenhängend, blühend und kraftvoll sein. Nur Er, der Alles vermag, durfte sagen: „Es werde Licht“ und es ward Licht.

 

Liedermacherin Martina Schwarzmann

Für die Leser von mein-bayern.de haben wir die Kabarettistin und Liedermacherin Martina Schwarzmann interviewt, die in wenigen Tagen ihren 32. Geburtstag feiert.

Auf hunderten Bühnen bewies sie bereits ihr Können mit oft absurden, aus dem Alltag gegriffenen Geschichten, wofür sie sich von Kleinkunstbühnen bis zum Deutschen Kabarettpreis 2008 empor arbeitete.

Im Jahre 2002 veröffentlichte sie ihre erste CD, seitdem ging es mit ihrer Bekanntheit bergauf, und seit sie 2004 bei "Ottis Schlachthof" zum ersten Mal auf der Bühne stand, hat sich ihr Publikum auf alle Schichten und Altersklassen erweitert.

Ihr neues Programm "Wer Glück hat kommt" wird derzeit von ihr weit über die bayrischen Grenzen hinaus präsentiert.

 

Dr. Graumann unterstützt Bundespräsident Wulff

Vor 66 Jahren, Am 27. Januar 1945, wurde das KZ Auschwitz von russischen Truppen befreit. Seit 1996 wird dieser Tag zum zentralen Gedenken genutzt. Initiert wurde die Umsetzung vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog.

Anlässlich des Holocaust Gedenktages gab am 27. Jan. 2011 der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. D. Graumann, ein Interview im Bayrischen Rundfunk - Radio Bayern 2.


Nürnberg. Aufarbeitung im Dachboden der Geschichte

„Memorium Nürnberger Prozesse“ – Neue Ausstellung eröffnet

Justizpalast NürnbergOberhalb des Saales 600, in dem vor 65 Jahren die Kriegsverbrecher-Prozesse unter Anklageleitung der Alliierten in Nürnberg begannen, öffneten sich gerade auf 750 qm die Pforten des geräumigen Dachgeschosses für eine neue Ausstellung.

Sie trägt den Titel: Memorium Nürnberger Prozesse.


Das in vielen Sprachen verständliche Wort „Memorium“ ist vermutlich auch Zugeständnis für die Millionen internationalen Gäste, die Nürnberg jedes Jahr besuchen.

Richard Riemerschmid – Haus Schwalten bei Füssen – Blick von SüdostenHaus Schwalten von Richard Riemerschmid (1868-1957) deutscher Architekt, Kunstprofessor und Künstler

Richard Riemerschmid ist ein so konsequenter Vertreter der modernen angewandten Kunst, daß jedes seiner größeren Werke immer wieder auf die allgemeinen Ziele der heutigen Kunst hindrängt und daraus den Kommentar für die persönliche Leistung gewinnt.

Wirtshaus in ZirlZwei Weintafeln des 17. Jahrhunderts im Germanischen Museum Nürnberg.

von Hans Bösch (1849-1905) deutscher Kulturwissenschaftler und Publizist

 

Der Deutschen Neigung zum Trunke macht es erklärlich, dass es schon im Mittelalter an Schenken aller Art nicht fehlte. Außer den öffentlichen Wirtschaften gab es noch Trinkstuben, welche nur bestimmten Gesellschaftskreisen zugänglich waren: Herrentrinkstuben für Angehörige der Geschlechter und reiche Kaufleute, dann Trinkstuben der verschiedenen Innungen auf den Herbergen derselben. Die Einrichtung der öffentlichen Schenken mag eine sehr primitive gewesen sein, und auch die Gasthäuser boten den Reisenden keinen angenehmen Aufenthalt. Die fürstlichen Personen, welche eine Reise machten, stiegen in der Regel mit samt ihrem Gefolge bei vornehmen Bürgern der betreffenden Stadt ab, Kaufleute manchmal bei ihren Geschäftsfreunden, überhaupt war früher die Inanspruchnahme der privaten Gastfreundschaft aller Kreise eine viel lebhaftere als heutzutage. Bei der großen Reiselust, welche trotz der mangelhaften Verkehrsmittel schon damals in Deutschland herrschte, blieb aber doch noch immer eine große Anzahl Reisender auf die Gasthäuser angewiesen. Weiterlesen

Denkmale und Erinnerungen des Hauses WittelsbachAls weiland Seine Majestät König Maximilian II. 1853 ein Museum vaterländischer Altertümer gründete, wurde für die neue Schöpfung zuerst der Name „Wittelsbachisches Museum“ gewählt. Aber schon im Laufe des Jahres 1855 entschied sich der königliche Stifter für die Bezeichnung „Bayerisches Nationalmuseum“. Denn es lag nicht in der Absicht des Königs, die Sammlung auf Altertümer des Königlichen Hauses zu beschränken; es war vielmehr schon von allem Anfang an sein Wille, dass auch das Volksleben und dessen Geschichte besonders berücksichtigt werde. So wuchs das Museum zu einem Nationalinstitut heran; es gibt ein Bild der Kultur- und Kunstentwicklung Bayerns von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart. Weiterlesen

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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