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Für die Leser von mein-bayern.lexikus.de haben wir noch einmal unsere Kultur-Story verfolgt und die Gewinnerin der on3 Lesereise – die 18 jährige Autorin Veronika Raila – interviewt.

C.S.: Wie fühlen Sie sich, nachdem Ihre Freundin Christin Zenker mit Ihren Texten die on3 Lesereise gewonnen hat?

 

Lesendes KindBücher sind gute Gesellschafter. Wer in ein Zimmer eintritt, in dem sich Bücher befinden, den scheinen sie, noch ehe er sie aus den Regalen nimmt, anzureden, zu begrüßen und dem scheinen sie zu sagen, daß Etwas von ihren Einbänden umschlossen wird, das ihm nützlich sein kann, und daß sie nichts besseres wünschen, als es ihm mitzuteilen. Deshalb haltet die Bücher in Ehren und versucht, den besten Gebrauch von ihnen zu machen. Gladstone.

Lass meine Texte mit Deiner Stimme gewinnen!

Vier Städtefinalisten aus Nürnberg, Würzburg, Augsburg und Regensburg kamen mit weiteren Talenten im Münchner Cord Club zusammen, um herauszufinden, wen das Publikum für ihre Texte mit den meisten Stimmen beehren würde.

Am Ende überzeugten am 22. Oktober sensationell die Worte der 18jährigen Veronika Raila. Die junge aber schreiberfahrene Autorin aus Augsburg entschied sich als Autistin dafür, ihre Texte von Christin Zenker lesen zu lassen, mit der sie bereits seit einiger Zeit zusammenarbeitet und schreibt. Veronika vermittelt durch ihre Zeilen die Hoffnung, dass alte, beinahe ritterliche Werte wie Ehre, Treue, Wahrheit und Liebe noch existieren und man sich zumindest in Geschichten, in Texten und mit dem klammernden Instrument der Sprache an diesem Glauben festhalten kann.

Stall aus einer Münchner Krippe. Um 1800Die Weihnachtskrippe

Ein Beitrag zur Volkskunde und Kunstgeschichte aus dem Bayerischen Nationalmuseum

Hager, Georg Dr. (1863-1941) deutscher Kunsthistoriker

1902

Das Geheimnis der heiligen Nacht in Bethlehem hat den einfachen Menschen von jeher aufs tiefste gerührt, es hat die Phantasie des Volkes angeregt und beschäftigt, die Neigung zu christlicher Liebe und Milde immer wieder erneut, und es hat endlich zu jener Feier des Festes geführt, welche von allen die gemütvollste und sinnreichste ist, zur deutschen Weihnachtsfeier. Wenn die Natur im Winterfrost erstirbt und Wald und Flur in knisterndem Schnee liegen, dann sieht das deutsche Haus das frohe Fest, das aus der Liebe geboren ist und wiederum Liebe erzeugt. Der Christbaum mit seinem harzigen Waldesduft und seinem Lichterglanz, der Gabentisch und das Krippchen zaubern in der warmen Stube eine Stimmung hervor, welche für Groß und Klein zum Urquell seliger Freude wird. Es ist der deutsche Weihnachtsabend, wie ihn Eichendorff voll tiefer Empfindung malt:

Galerie Schack, MünchenEs war am 22. Juli 1858, daß im Münchner Glaspalast die erste deutsche Kunstausstellung eröffnet wurde, ein Ereignis, das nicht nur für die Münchner, sondern für die ganze deutsche Kunst von epochemachender Bedeutung geworden ist. Wer sich mit der deutschen Kunst des 19. Jahrhundertsbeschäftigt, der wird immer wieder neue Fäden finden, die zu dieser monumentalen Tat hinführen und wird in ihr schließlich die Erfüllerin der vorangegangenen, die Anregerin der ihr folgenden Kunstepochen erkennen. Sie tat laut und mit einer gewissen pathetischen Gebärde kund: dies kann die deutsche Kunst der Gegenwart; und mehr noch und Größeres ruht schlummernd in ihrer Künstlerschaft und harrt nur des weckenden Rufes. Weiter lesen.

Veranstaltungshinweis Literatur

In der Woche vom 18.-22. Oktober 2010 finden zum 5. Mal die on3 Lesereise des Bayrischen Rundfunks statt. Von Montag bis Donnerstag präsentieren sich zwölf junge bayrische Autoren in Regensburg, Nürnberg, Würzburg sowie Augsburg zum Thema „Wie war ich?“. Was den Talenten dazu einfällt, können sich die Besucher jeden Abend um 20 Uhr anhören.


Montag, 18. Oktober Regensburg, Alte Mälzerei, 20 Uhr
mit Manuel Niedermeier, Lucia Mederer, Juli Zucker & Bratze

Dienstag, 19. Oktober Nürnberg, K4, 20 Uhr
mit Sennalilith Hoy, Anja Zeltner, Immanuel Reinschlüssel & Bratze

Mittwoch, 20. Oktober Würzburg, Cairo, 20 Uhr
mit Stefan Geyer, Max Dörflein, Linda Werner & Bratze

Donnerstag, 21. Oktober Augsburg, Schwarzes Schaf, 20 Uhr
mit Willy Werner, Veronika Raila, Thomas Laschyk & Bratze

Freitag, 22. Oktober München, Cord, 20.00 Uhr
Großes Final-Lesen mit den vier Städtesiegern & on3-Party mit DJ XTOPH


In den jeweiligen Städten auf dem Weg nach München werden Abend-Sieger gewählt. Zudem finden alle Lesungen in Verbindung mit Konzerten statt, so dass Musik und Literatur sich grandios ergänzen.

Der Sieger des Finales in München wird sich über ein Schreibwochenende mit Juli Zeh („Spieltrieb“), Tilman Rammstedt („Erledigungen vor der Feier“, „Der Kaiser von China“) oder Clemens Meyer („Als wir träumten“) freuen, welches das on3 Team in Kooperation mit der Literaturplattform „Autorendock“ vergibt. Mein Bayern.de ist gespannt auf  die Abende und wünscht allen Mutigen am Mikrophon viel Glück.

Wir werden uns mit dem Sieger weiter beschäftigen und den Lesern und Leserinnen in einem kommenden Beitrag davon berichten. 

Franz von Dingelstedt erzählt in den „Münchner Bilderbogen“:
Die erste große Industrie-Ausstellung im neuerbauten Glaspalast war eröffnet worden zum großen Missbehagen der ultramontanen Presse, die längst ein Konzert von Unkenrufen anstimmte. Gleichsam zur Bestätigung zog mit dem Fremdenstrom gleichzeitig die asiatische Seuche ein, um ihre Geisel zu schwingen.

Abb. 1 Vignette von Eugen Napoleon NeureutherGedicht von König Ludwig I.

Glühend schien die Sonne, noch glühender schlugen die Herzen
Bei dem glänzenden Fest, welches die Liebe beseelt.
Gegenwart war die Vergangenheit wieder, ich schien auf das Neue
Der Beherrscher des mich freudig umgebenden Volkes.
Doch es war nur ein Traum, ein Traum, den ich Wachender hatte,
Aber es ist kein Traum, daß ich geliebt von dem Volk.

Abb. 1 Arbeiten an der Bavaria in der Erzgießerei (1848) Radierung von G. HahnJosef Anf. Pangkofer, ein beliebter Alt-Münchner Schriftsteller, schreibt im Oktober 1852 in Ehlingenbergs großem Sammelwerk ,,Das Königreich Bayern in seinen altertümlichen, geschichtlichen, artistischen und malerischen Schönheiten“:

Die Idee zur Aufstellung der Bavaria ging von König Ludwig aus, der ein Riesenerzbild geschaffen wissen wollte, gleich jenem der Pallas, welche, ein Werk des Bildners Phidias, auf dem athenischen Tempelberge der Akropolis 26 griechische Ellen hoch aufragte. Gleich dem Phidias hatte Schwanthaler, der Schöpfer der Bavaria, das traurige Geschick, sein größtes Werk im Leben nicht mehr vollendet zu sehen.

Abb. 1 Titelblatt. Zeichnung von Eugen Napoleon NeureutherSchnoderhüpfeln von Franz von Kobell

Was waar`s um `n Mai
Mit sein` bliemlet`n Rock,
Wann er Bloamen g`rad bringet
Und bringet koan Bock;

Aber bringt er all` zwoa,
Nacha jux` mer ihm zua:
Grüß` di` Gott! Grüß` di` Gott,
O du herzlieber Bua!

Die DonauDieses Gedicht ist dem poetischen Pilgerbuch "Donau – Sagen vom Ursprung bis zur Mündung des Stromes", von Ludwig Foglar (1820-1889), aus dem Jahre 1869, entnommen.

Peter Georg SeilerPeter Georg Seiler wurde 1959 in der deutschen Schweiz geboren. Er versteht das Leben als „Circle“ in welchem das Ende stets den Anfang des nächsten Kreises markiert. Zufälle existieren für ihn nicht.

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